Sterile Versorgung - Das OP-Set - immer ein MUSS "sauber und steril"
In den OPs finden Sie unzählige Zangen, Klemmen, Scheren und Haken, Skalpell- und Lampengriffe, Kabel, Bohrer, Sägen mit verschiedenen Sägeblättern, Schablonen, Hammer und Meißel, Feilen, Prothesen und Schalen. Darunter auch metallisch glänzende Container. Diese Vielfalt an chirurgischen Instrumenten ist für den Leien ein riesen Durcheinander aber für den Chirurgen in der Chirurgie Routine und gut sortiert. Für z.Bsp. eine Knieprothese besteht der Krankenhausbedarf an OP-Set aus fast 200 chirurgischen Instrumenten.
Es gibt eine zentrale Sterilgutversorgungsabteilung. Dort kommen alle gebrauchten chirugischen Instrumente hin, die nach ihrer Verwendung wieder aufbereitet werden sollen. Wie z.Bsp. dieser Fallwagen, der für die Knieprothese benutzt wurde. Der Fallwagen für diesen Eingriff samt seiner verschiedenen OP-Sets umfasst neun Container mit nahezu 200 chirurgischen Instrumenten. Für jedes medizinische Instrument oder umfassendes OP-Set gibt es genaue gesetzliche Vorschriften und Richtlinien des Herstellers, wie es zu säubern, zu desinfizieren und zu sterilisieren ist. Über 10.000 Medizinprodukte sind in der ZSVA inzwischen registriert. Und jedes Jahr werden es mehr. Dazu kommen auch noch Leihinstrumente.
Gewaschen, erhitzt und getrocknet. Das Meiste, aber nicht alles, muss vorher noch von Hand vorgereinigt werden. Chirurgische Instrumente, die für die maschinelle Reinigung und Desinfektion nicht zugelassen sind, müssen vollständig von Hand gereinigt und desinfiziert werden.
Ist alles nach Vorschrift sortiert und vorgereinigt, wandern die gefüllten Siebe und leeren Container in die Reinigungsmaschine. Eine Stunde und zehn Minuten werden sie gewaschen, auf über 90 Grad erhitzt und getrocknet. Von sechs Uhr früh bis 22 Uhr abends, an den Wochenenden bis 15 Uhr laufen die Maschinen nahezu ununterbrochen. Nach dem Wasch- und Desinfektionsgang werden die Siebe herausgenommen. Anschließend werden ein Stück nach dem anderen in die Hand genommen und sorgfältig geölt und alle Geräte werden danach wieder gewissenhaft zusammengesetzt, die für die Reinigung auseinander genommen wurden. Auch wird geprüft, ob jedes medizinische Instrument wirklich noch einwandfrei funktioniert und beschädigte Teile werden im Ersatzteillager ersetzt, wenn z.Bsp. die Schere nicht mehr richtig gut schneidet, so wird sie durch ein neues medizinisches Instrument aus dem Ersatzteillager ersetzt. Dieses Ersatzteillager birgt Unmengen an chirurgischen Instrumenten, darunter allein 300 verschiedene Arten von Scheren und Schrauben und Bohrer, kleine für die Mund-, Kiefer- und Plastische Gesichtschirurgie, größere für die Orthopädische Chirurgie oder die Neurochirurgie.
Diese Vorgänge erfordern absolut präzise und zuverlässige Arbeit - Schließlich müssen die medizinischen Geräte bei ihrem Einsatz im Operationssaal absolut steril sein und einwandfrei funktionieren. Halbe Arbeiten oder Vernachläßigungen hätten hier fatale Folgen.
Anschließend geht es ans Packen. Alle medizinischen Geräte werden sauber und funktionstüchtig in die verschiedenen Container gelegt. Dafür gibt es eine 13-seitige Packliste, die jeden Gegenstand auflistet. zuletzt verschließt und versiegelt er die Container. Die Container werden nun in einer Stunde und 15 Minuten bei 134 Grad sterilisiert. Ausgenommen sind nur jene Teile, die nicht mit Dampf sterilisiert werden dürfen. Für sie steht die einstündige Plasma-Sterilisation oder die elfstündige Ethylenoxid-Sterilisation bereit. Zum Abschluss nimmt man die Container heraus und prüft gewissenhaft, ob alle Siegel verschlossen und der gesamte Sterilisationsvorgang korrekt abgelaufen ist. Sauber und steril steht das OP-Set danach im Lager – und wartet auf seinen nächsten Einsatz.
Desinfiziert heißt aber nicht gleich steril. Zwar sind schon auf desinfizierten Geräten kaum noch Krankheitserreger zu finden, dem Anspruch steril genügen sie damit aber längst noch nicht. Auf einer Million sterilisierter Instrumente darf, so lautet die Definition für steril, nur ein einziger Keim zu finden sein. Bei der Sterilisation wird also auch dem widerstandsfähigsten Keim der Garaus gemacht. Die gesetzlichen Vorschriften haben sich im Umgang mit Sterilgut Jahr für Jahr verschärft. Für jedes medizinische Instrument und jeden Ablauf gelten strenge gesetzliche Vorschriften sowie Richtlinien des Herstellers, die jederzeit eingehalten und gewissenhaft dokumentiert werden müssen. Schließlich kann man Sterilität ja nicht sehen.
Ihr Team der Ausschreibungsplattform med2u
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